![]() Das Neuenwegner GemeindewappenNeuenwegs Gemeindewappen zeigt in geteiltem Schild oben auf blauem Hintergrund einen silbernen Adlerflügel, der die frühere Herrschaft der Sausenberger symbolisieren soll. Der Flügel stammt allerdings aus dem Wappen eines Breisgauer Geschlechts vom Kaiserstuhl, dessen Besitzungen der Sausenberger Verwandtschaft zufiel. Die untere Hälfte des Wappens teilen sich die badischen Farben Rot und Gold. Neuenweg am Rande des BelchenDie Gemeinde Neuenweg liegt mit ihrer 1264 ha großen Gemarkung in 700 bis 1400 Metern Höhe am Fuß des Belchen im Südschwarzwald. Sie bildet den Siedlungsabschluss im Kleinen Wiesental und besteht aus Neuenweg, den Belchenhöfen, sowie Vorder-, Mittel- und Hinterheubronn. 735 ha ihrer Gemarkung sind bewaldet, 7 ha bestehen aus Wasserflächen. Dazu gehört auch der Nonnenmattweiher mit seiner schwimmenden Torfinsel am Nordhang des Köhlgarten. Dieser geschützte See stammt aus der Zeit als der Schwarzwald noch vergletschert war und ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Badebucht. Die Gemeinde hat rund 300 Einwohner. Die dichte Besiedlung des Hauptorts vermittelt das Bild eines Haufendorfs. In der Ortsmitte findet sich ein Platz mit Brunnen, Bänken und Bushaltestelle. Leicht erhöht steht die evangelische Pfarrkirche im Weinbrennerstil. Nicht weit entfernt fallen das Pfarr- und das frühere Schulhaus ins Auge. Beide Häuser sind zweigeschossige Steingebäude mit schmucken Portalen. Das Belchenmassiv ist mit seinen 1414 Metern Höhe der dritthöchste Berg des Schwarzwalds. Die gesamte Belchenkuppe mit ihren z. T. alpinen Pflanzen ist seit 1949 ebenfalls Naturschutzgebiet. Der Besucherstrom am Berg rechtfertigt diese Maßnahme heute als sinnvoll. Neuenwegs GeschichteAls Adelheid und Dietrich von Rotenberg 1278 ihre Besitzungen dem Kloster St. Blasien übereigneten, fand Neuenweg aufgrund seiner Lage an einer alten Pass-Straße als "ze dem niuwen wege" seine erste urkundliche Erwähnung. Wegen jener Verbindungsstrecke über die Sirnitz, die das Rheintal mit den Silberminen des hinteren Wiesentals verbindet, war Neuenwegs Geschichte recht bewegt. Ludwig Wilhelm I. von Baden (1655-1707), "Türkenlouis" genannt, ließ "auf dem Hau" bei Neuenweg Schanzen gegen die Franzosen errichten. An Johann Markloffski von Zabratz, den Kommandanten der Schanzen erinnert eine Tafel an Neuenwegs Kirche. Die Schanzenreste sind heute noch zu sehen. Am 14. September 1889 wurde in Neuenweg die Mundartdichterin Hedwig Salm geboren. Vierzehn Jahre später, nämlich 1903, wurde das Dorf von einer Brandkatastrophe heimgesucht, bei der fünfzehn strohgedeckte Häuser zerstört wurden. Die obdachlos gewordenen Familien wurden privat und von der Regierung soweit unterstützt, dass Neuenweg bis zum Folgejahr wiederaufgebaut werden konnte. Was Neuenwegs "Kirchengeschichte"' betrifft, erwähnt eine Lehensurkunde von 1310 erstmals eine örtliche Kapelle. Wenige Jahre später wird die Kirche wieder schriftlich genannt, nun als Pfarrkirche. Zur Reformationszeit verlor die Gemeinde ihre Eigenständigkeit und gehörte vorübergehend zur Pfarrei Tegernau. 1689 wurden die Pfarreien wieder getrennt, und Neuenweg erhielt einen eigenen Pfarrer sowie Bürchau als Filiale. Neuenweg ist durch seine baden-durlachsche Zugehörigkeit seit der Reformation evangelisch - eine Besonderheit im südlichen Schwarzwald! Die heute ortsansässigen Katholiken gehören zur Pfarrei Schönau. Da die alte Kirche baufällig geworden war, wurde sie 1701 durch eine neue ersetzt. 1807 wurde auf der Anhöhe im bisherigen Pfarrgarten die erwähnte Weinbrennerkirche errichtet. Neuenwegs GegenwartNeuenweg ist heute ein beliebter Ferienort und führt das Prädikat "staatlich anerkannter Erholungsort", und erhielt im Jahr 2001 im Landes- und Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", die GOLDMEDAILLE. Neuenweg ist seit 1936 eine Gemeinde des Landkreises Lörrach. Heute gehört das Dorf am Belchen außerdem zum Gemeindeverwaltungsverband Kleines Wiesental. Der Gemeinderat besteht aus acht Mitgliedern, und der Bürgermeister ist ehrenamtlich tätig. Die Gemeinde ist voll kanalisiert; der Kernort selbst ist an eine biologische Kläranlage angeschlossen. Die Straße von Neuenweg nach Norden führt über Münstertal Richtung Staufen; über Badenweiler führt eine Straße nach Müllheim. Ostwärts nach Wembach (und damit Richtung Schönau und Schopfheim) verläuft ebenfalls eine Straße. Die eigentliche Verkehrsachse des Kleinen Wiesentals ist die L 139, die Neuenweg direkt mit Tegernau und dem Wiesental verbindet. Den öffentlichen Personenverkehr versorgen die Busse nach Schopfheim und Badenweiler. Wie überall im Südschwarzwald waren auch in Neuenweg Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft die typischen Bestandteile der Höhenlandwirtschaft. Eine Ausnahme bildete die Heimarbeit, die das Einkommen am Belchen bescheiden mehrte. So waren bis 1925 83 % der Einwohner Bauern, und man registrierte über 90 Bauernhöfe in der Gemeinde. Doch 1961 waren nur noch 57,6 % der Einwohner in der Landwirtschaft tätig. Dieser Trend sollte auch weiterhin anhalten, bis sich 1987 gerade noch 5,2 % der Erwerbstätigen der Landwirtschaft widmeten. Besonderes Augenmerk liegt deshalb auch hier am Talanfang auf dem Ausbau des Fremdenverkehrs. In Neuenweg selbst befinden sich mehrere Gasthäuser, in Heubronn ein weiteres. Am Wanderweg zum Belchen liegt über dem Ort ein Wanderheim des Schwarzwaldvereins und bei den Belchenhöfen ein Freizeitheim des CVJM. Aber auch Liebhaber familiärer Beherbergung finden Gelegenheit, Zimmer und Ferienwohnungen zu mieten. Ein Skilift ist ebenfalls vorhanden. Mehr Info: Gemeindeverwaltung Hauweg 2, 79691 Neuenweg; Telefon: 07673 352 Telefax: 07673 932045 oder www.neuenweg.de |
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